Der Anteil älte­rer Men­schen erhöht sich stän­dig in der Schweiz. Vie­le älte­re Men­schen sind zu Fuss unter­wegs. Als Fuss­gän­ger wei­sen die Senio­ren das höchs­te bevöl­ke­rungs­be­zo­ge­ne Unfall- und Ster­be­ri­si­ko auf. So waren 2008 60% aller getö­te­ten Fuss­gän­ger im Senio­ren­al­ter bei einem Bevöl­ke­rungs­an­teil von 16% (Quel­le: SINUS- Report 2009 bfu).  Das “Pro- Kilo­me­ter- Risi­ko”, d.h. die Gefahr, pro 1 Mio Kilo­me­ter ver­letzt oder getö­tet zu wer­den, ist bei den über 80-jäh­ri­gen um 20-fach erhöht gegen­über den 40- bis 64-jäh­ri­gen.

Daten des Sinus-Reports zei­gen, dass die Män­gel­ver­tei­lung bei Kol­li­sio­nen eines schwer oder töd­lich ver­un­fall­ten Seni­ors (65+) mit einem Motor­fahr­zeug zu zwei Drit­teln bei den Kol­li­si­ons­geg­nern lagen, hier­bei war das Miss­ach­ten der Anhal­te­pflicht vor dem Fuss­gän­ger­strei­fen die häu­figs­te sowie die Unauf­merk­sam­keit und Ablen­kung die zweit­häu­figs­te Ursa­che.

Bei den Fuss­gän­gern selbst wur­de das unvor­sich­ti­ge Über­que­ren der Stras­se ohne auf den Fahr­zeug­ver­kehr zu ach­ten als häu­figs­te Unfall­ur­sa­che fest­ge­stellt, wei­ter fol­gen das Nicht­be­nüt­zen des Fuss­gän­ger­strei­fens sowie das Fehl­ver­hal­ten bei Über­que­run­gen (z. Bsp. durch plötz­li­ches Her­vor­tre­ten hin­ter Sicht­hin­der­nis­sen).

Älte­re Men­schen sind von ihren kör­per­li­chen Fähig­kei­ten wie Beweg­lich­keit, Seh- und Hör­fä­hig­keit bis hin zu Reak­ti­ons­ge­schwin­dig­keit und Kraft­an­wen­dung gegen­über jün­ge­ren im Nach­teil. Wei­te­re Schwie­rig­kei­ten erge­ben sich durch durch ein gerin­ges Ange­bot siche­rer Que­rungs­mög­lich­kei­ten über Stra­ßen, unkom­for­ta­ble Unter- und Über­füh­run­gen, lan­ge War­te­zei­ten und vor allem zu kur­ze Über­gangs­zei­ten an Licht­si­gnal­an­la­gen, bau­lich zu schma­le Geh­we­ge, man­gel­haft abge­senk­te Bor­de an Que­rungs­stel­len und gro­be oder unebe­ne Geh­weg­be­lä­ge.

Durch täg­lich 30 Minu­ten zügi­ges Gehen kön­nen älte­re Men­schen häu­fi­gen chro­ni­schen Erkran­kun­gen vor­beu­gen und auch den alters­be­ding­ten Mus­kel­ab­bau und somit die Gefahr von Stür­zen redu­zie­ren. Sie kön­nen somit zum Erhalt der phy­si­schen Leis­tungs­fä­hig­keit einen Bei­trag leis­ten.

Ver­kehrs­pla­ne­ri­sche Mass­nah­men soll­ten den Bedürf­nis­sen der älte­ren Bevöl­ke­rung unbe­dingt Rech­nung tra­gen durch siche­re Que­rungs­mög­lich­kei­ten, Ruhe­bän­ke und ver­kehrs­be­ru­hig­te Zonen, damit älte­re Men­schen mehr Zeit haben zu reagie­ren. Kom­pli­zier­te Kno­ten­punk­te und Kreu­zun­gen soll­ten über­sicht­lich gestal­tet wer­den und die War­te­zeit an Ampeln mög­lichst kurz, die Über­gangs­zeit mög­lichst lan­ge sein.